Wo ich selbst mitgespielt habe
Eine Zeit lang war ich selbst Teil des Theaters. So sah das aus.
Performance-Theater nenne ich es, wenn Plattformzahlen berichtet werden, als wären sie Ergebnisse, und niemand einen Euro bis zum Abschluss verfolgt. Ich habe das nicht nur bei anderen gesehen. Ich habe es selbst gemacht.
Meine ersten Retainer lagen zwischen 250 und 1.500 Euro im Monat, je nach Größe des Kunden. Ob sich das für mich rechnete, habe ich damals genauso wenig geprüft wie die Frage, ob der Newsletter verkauft. Der Auftrag lautete, einen Newsletter mit günstigen Leads zu füllen, und das habe ich gemacht. Metas Tracking war damals sogar besser als heute. Ob der Newsletter danach etwas verkauft hat, war nicht mein Job, und ich wusste es nicht. Der Report war ehrlich beim Lead und still beim Verkauf, und niemand hatte unterschrieben, die Lücke dazwischen zu verantworten.
Der klarste Fall war Anne Jansson, eine Business-Coachin für Health Coaches. Sie kam im Februar 2023 zu mir und wollte, verständlicherweise, zuerst wissen, welche digitalen Vertriebsformate funktionieren, bevor sie Zeit in ein Fundament steckt. Also habe ich Formate geliefert: das ganze Jahr 2023 Lead-Magnete getestet und den Cost per Lead optimiert, weil das die Zahl ist, die das Dashboard belohnt und auf die fast alle Kunden scharf sind. Die Leads kamen für 3,59 Euro und sahen im Report großartig aus. Gekauft haben sie nicht.
Im ersten Quartal 2024 haben wir die Anzeigen abgeschaltet und das Fundament gebaut: Interviews mit ihren besten Kundinnen, eine Botschaft aus deren eigenen Worten, und erst dann wieder Werbebudget. Der Cost per Lead stieg mit Absicht auf 20 Euro. Das Quartal schloss mit 407 % ROAS, jeder Abschluss bis zum Anzeigenklick zurückverfolgt. Gleiche Kundin, gleicher Kanal, und am Konto saß derselbe Mensch wie 2023. Geändert hatte sich nur die Zahl, auf die wir hingearbeitet haben.
Den billigen Lead halte ich seitdem für den teuersten Lead, den es gibt. Ein Report kann beim Lead vollkommen ehrlich sein und beim Verkauf vollkommen still. Entscheiden Sie deshalb, für welche der beiden Zahlen Sie bezahlen, bevor Sie unterschreiben, und sorgen Sie dafür, dass jemand die Lücke dazwischen verantwortet. Auf meinen Konten bin das ich.
Für wen ich heute baue
Neun Jahre lang habe ich vor allem für Coaches und Berater gearbeitet. Viele davon wollten bewusst kein Unternehmen mit zehn oder zwanzig Mitarbeitern werden, und das war richtig so, ein Unternehmen soll kein goldener Käfig werden. Ich baue lieber für Unternehmen mit zehn bis zweihundert Mitarbeitern, die aufs Gas wollen und die Zahlen sehen wollen, bevor sie einen Euro mehr freigeben. Für die war die Methode immer gedacht.